1. Internationale Bodensee-Tagung

160 Gäste — u.a. LR Christian Bernhard – waren bei der 1. Internationale Bodensee-Tagung (26. April 2018) zur politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Inklusion von Menschen mit Behinderungen in  Radolfzell (D) dabei.

Die Gäste hörten interessante Vorträge und arbeiteten an vier Workshops daran, wie die vier Länder in der Bodensee-Region gemeinsam die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen weiter entwickeln können. Klaus Brunner und Siegfried Glössl, mit Unterstützer Friedrich Gföllner, leiteten mit den Selbstvertreterinnen und Selbstvertretern der Bodensee-Deklaration einen Workshop zum Thema „Selbstvertretung – wie kann Mitbestimmung gestärkt werden?“.
Weitere Workshops gab es zu den Themen:
- Barrierefreier Tourismus und grenzüberschreitende Mobilität
- Erfolgsfaktoren für institutionelle Angebote (Arbeit, Wohnen, Freizeit)
- Menschen mit Behinderungen im Erwerbsleben (Allgemeiner Arbeitsmarkt)
Situation in der Bodensee-Region

In Baden-Württemberg sind gesetzlich so genannte „Behinderten-Beauftragte“ vorgeschrieben. Sie beraten die Politik in Gemeinden, Städten, im Landkreis und in der Landes-Regierung als Experten in eigener Sache bei den Themen Barriere-Freiheit und Inklusion. Hier gäbe es in Vorarlberg noch Bedarf.
Andererseits ist die Lebenshilfe Vorarlberg Vorreiter in Sachen Mitbestimmung: Der erste gewählte Selbstvertreter – Klaus Brunner – ist stimmberechtigtes Mitglied des Vorstands. Das ist in Organisationen in Deutschland und in der Schweiz noch selten.
Auch wurden Fragen aufgeworfen, warum der Behindertenpass nicht länder-übergreifend gültig ist, warum z.B. die deutsche Bodensee-Schifffahrt den österreichischen Pass nicht anerkennt und es somit keine Ermäßigungen gibt.
Die Ergebnisse der Tagung werden nun gesichtet und es soll daran weiter gearbeitet werden. Die Veranstalter von Radolfzell und viele Teilnehmende wünschen sich eine Fortsetzung der Tagung – vielleicht das nächste Mal in der Schweiz oder in Vorarlberg.