„Für Inklusion braucht es noch mehr“

Seit 50 Jahren setzt sich die Lebenshilfe Vorarlberg für ein „Mitanand“ von Menschen mit und ohne Behinderungen ein. Auf dem Weg zur Inklusion ist schon einiges erreicht worden. Doch um die selbstverständliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen zu ermöglichen, müssen noch entscheidende Voraussetzungen geschaffen werden.

„Wir befinden uns auf dem Weg zur Inklusion – also zur selbstverständlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft. Hierbei haben wir schon viele Brücken gebaut und durch die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Institutionen, Betrieben, etc. einiges erreicht. Damit in Zukunft aber Menschen mit Behinderungen genauso leben und arbeiten können, wie andere auch, müssen sich noch wesentliche Voraussetzungen gravierend verändern“, fordert Lebenshilfe-Präsidentin Dr. Gabriele Nußbaumer im heutigen Mediengespräch.

Wichtige Voraussetzungen für die Zukunft

Für die Inklusion ist es erforderlich, dass Menschen mit Behinderungen am allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können wie andere auch. „Eine weitere Voraussetzung ist die arbeits- und sozialrechtliche Gleichstellung, mit  angemessener Entlohnung sowie einer gesetzlichen Kranken- und Pensionsversicherung“, erklärt die Lebenshilfe-Präsidentin. Zudem sollte es zukünftig unterschiedliche Wohnformen geben, die vor allem eine Wahlmöglichkeit bieten. Individuelle persönliche Assistenz wiederum ist eine weitere Voraussetzung, damit Menschen mit Behinderungen selbstbestimmter leben können. „Wichtig ist auch die räumliche und sprachliche Barrierefreiheit. Denn nur wer mittendrin ist und alles versteht, kann richtig am gesellschaftlichen Leben teilhaben“, so Dr. Gabriele Nußbaumer.

Unterstützung in allen Lebensbereichen

An oberster Stelle der Arbeit der Lebenshilfe Vorarlberg steht seit 50 Jahren die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen zu verbessern. „Unsere Angebote reichen von der direkten Unterstützung in der Familie durch den Familienservice, über den Arbeits-, bis hin zum Wohn- und  Freizeitbereich. Im Fokus stehen dabei immer die individuellen Bedürfnisse einer Person. Dazu ist es wichtig, dass es Wahlmöglichkeiten gibt. Auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf soll die Teilhabe überall möglich sein“, erklärt Geschäftsführerin Mag. Michaela Wagner-Braito. Um durch ein ‚Mitanand‘ wertvolle Begegnungen zu schaffen, hat sich die Lebenshilfe Vorarlberg zu einer offenen Organisation entwickelt. „In allen Regionen werden nachhaltige Kooperationen mit Vereinen, Initiativen, Gemeinden und Unternehmen aufgebaut. Wir sehen uns als Brückenbauer auf dem Weg hin zur Inklusion“, betont die Lebenshilfe-Geschäftsführerin.

Selbstvertretung: „Nichts über uns, ohne uns!“

Auch die Rolle der Menschen mit Behinderungen selbst hat sich verändert. Sie treten immer selbstbewusster auf und formulieren ihre Anliegen klar. Seit zehn Jahren übernehmen diese Aufgabe in der Lebenshilfe Vorarlberg Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter. „Wir werden von Menschen mit Behinde­rungen direkt gewählt und setzen uns für ihre Anliegen ein – sei es auf politischer Ebene als auch in der Lebenshilfe Vorarlberg selbst. Besonders wichtig sind uns die räumliche und sprachliche Barrierefreiheit. Dafür arbeiten wir in verschiedenen regionalen Netzwerken mit anderen Selbstvertretungen zusammen. Wir sind aber auch Mitglieder des Selbstvertreter-Beirats der Lebenshilfe Österreich“, berichtet Klaus Brunner, Selbstvertreter und Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Vorarlberg.


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