Bund spart bei Förderung des Zivildienstgeldes

Der Zivildienst ist ein Erfolgsmodell mit vielen positiven Auswirkungen in unserer Gesellschaft. Umso unbegreiflicher ist der massive Eingriff durch das Innenministerium in die laufende Zuteilungspraxis. Die Lebenshilfe Vorarlberg beschäftigt jährlich rund 100 Zivildiener und ist nun gezwungen, für 40 Zivildiener die Kosten für das Zivildienstgeld selbst zu übernehmen, da das Innenministerium defacto die Förderung dafür streicht.

Götzis, am 26. Juni 2015. Dieser überfallsartige Eingriff mitten im Jahr, in den jahrelang erfolgreich praktizierten Zuteilungsprozess, bedeutet eine zusätzliche Kostenbelastung für die Lebenshilfe Vorarlberg. Denn seit Jahren ist dem Innenministerium bekannt, dass der Großteil der Zivildiener bei der Lebenshilfe erst im September und Dezember zugeteilt wird.

Ohne Rücksicht wurde am 22. Juni, also mitten im Budgetjahr, von heute auf morgen die Regelung geändert. Für die Lebenshilfe Vorarlberg bedeutet dies, dass für 40 eingeplante Zivildiener die Förderung vom Bund gestrichen und auf die Schultern der Sozialorganisation  verlagert wird.

„Wir brauchen die Zivildiener in der Begleitung von Menschen mit Behinderungen. Viele von ihnen entscheiden sich zudem nach ihrem Zivildienst für einen Sozialberuf. Alle Sozialorganisationen in ganz Österreich haben schon vor zehn Tagen, als sich die Einschränkungen abzeichneten, gemeinsam darauf hingewiesen und gewarnt. Nun ist es für uns leider deutlich schlimmer ausgefallen als erwartet. Von diesen Kürzungen ist nicht nur die soziale Arbeit betroffen. Es entsteht auch Verunsicherung unter den Zivildienern und deren Familien. Gerade vor diesem Hintergrund ist es mir wichtig zu betonen: Zivildiener sollen und können sich weiterhin bei der Lebenshilfe Vorarlberg bewerben. Wir brauchen jeden Zivi und machen uns stark für sie, in dem wir auf solche Ungerechtigkeiten hinweisen“, versichert Michaela Wagner, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Vorarlberg.


Geschäftsführerin Michaela Wagner weist darauf hin, dass 40 von 100 Zivis nun von der Lebenshilfe selbst bezahlt werden müssen.