Trialog 2026 – Technik für alle: Digitale Hilfsmittel und Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll nutzen
Am 28. und 29. Mai 2026 lud die Lebenshilfe Vorarlberg gemeinsam mit den Experten Dipl.-Ing. Gerhard Nussbaum und Dipl.-Ing. Dr. Franz Pühretmair vom Kompetenznetzwerk KI-I aus Linz zum diesjährigen Trialog ein. Unter dem Titel „Technik für alle“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie digitale Hilfsmittel und Künstliche Intelligenz sinnvoll eingesetzt werden können, um Selbstbestimmung, Teilhabe und Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen zu stärken.
Den Auftakt bildete ein Abendvortrag der beiden Experten Dipl.-Ing. Gerhard Nussbaum und Dipl.-Ing. Dr. Franz Pühretmair im ORF Vorarlberg. Dabei gaben sie einen verständlichen Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Assistenz und Künstlicher Intelligenz – ebenso wurden mögliche Probleme, Grenzen und Hindernisse thematisiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Technologien im Alltag tatsächlich Orientierung geben, Unterstützung ermöglichen und wo verantwortungsvoller Einsatz besonders wichtig ist.
„Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind zugleich Fluch und Segen. Sie eröffnen neue Möglichkeiten, bringen aber auch neue Fragen und Herausforderungen mit sich. Ihr größtes Potenzial liegt darin, Inklusion und Autonomie von Menschen mit Behinderungen weiter zu stärken“, erklärt Gerhard Nussbaum.
KI und Assistenztechnologien im Einsatz
Am zweiten Tag folgte der Workshop-Tag an der Volkshochschule Götzis. Hier wurde gemeinsam ausprobiert, beobachtet und diskutiert: Welche digitalen Hilfsmittel und KI-Anwendungen sind im Alltag hilfreich? Wo entstehen neue Herausforderungen? Und welche Unterstützung braucht es? Eingeladen waren Menschen mit Behinderungen, Angehörige sowie Fachpersonen, um ihre Erfahrungen einzubringen und gemeinsam Perspektiven für einen sinnvollen Einsatz digitaler Hilfen zu entwickeln.
Beim Workshop-Tag konnten zahlreiche digitale Anwendungen direkt ausprobiert werden. Dazu gehörten unter anderem KI-Tools zur Erstellung von Musik und Bildern oder die Übersetzung von Texten in einfache Sprache, Sprachassistenten sowie Assistenztechnologien wie Augensteuerung. Auch Augmented-Reality-Anwendungen (AR) wurden getestet. Dabei wurde sichtbar: Digitale Hilfsmittel und KI können den Alltag in vielen Bereichen unterstützen. Gleichzeitig wurden Grenzen und Herausforderungen thematisiert: Nicht jede technische Lösung passt für jede Person, und Fragen des Datenschutzes, der Verständlichkeit sowie der persönlichen Begleitung bleiben zentral. Menschen mit Behinderungen brachten dabei ihre Erfahrungen aktiv ein und zeigten, welche digitalen Hilfsmittel im Alltag tatsächlich unterstützen und wo noch Barrieren bestehen.
Technik soll unterstützen, nicht ersetzen
Die Diskussionen machten deutlich: Digitale Unterstützung und Künstliche Intelligenz sind keine Selbstzwecke. Entscheidend ist, dass Technik Menschen unterstützt – und nicht ersetzt. Sie soll dort eingesetzt werden, wo sie Orientierung gibt, Barrieren abbaut und mehr Selbstbestimmung ermöglicht.
„Ein bewusster und verantwortungsvoller Einsatz digitaler Technologien ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Digitalisierung tatsächlich Menschen unterstützt. Wenn diese Rahmenbedingungen erfüllt sind, können digitale Hilfen und Künstliche Intelligenz zu mehr Selbstständigkeit, mehr Teilhabe und einer höheren Lebensqualität beitragen“, so Franz Pühretmair.
Der Trialog 2026 zeigte eindrucksvoll, dass die Zukunft nicht allein in neuen Technologien liegt, sondern in der Frage, wie diese gemeinsam gestaltet werden. „Die erarbeiteten Impulse sollen dazu beitragen, digitale Hilfsmittel und KI so weiterzuentwickeln, dass sie für alle Menschen zugänglich, verständlich und im Alltag unterstützend wirken“, zieht Georg Matzak, Geschäftsbereichsleiter Mobile Dienste der Lebenshilfe Vorarlberg, abschließend ein Fazit.
„Trialog“ der Lebenshilfe Vorarlberg
In regelmäßigen Abständen lädt die Lebenshilfe Vorarlberg zum Trialog ein. Menschen mit Behinderungen kommen dabei als Expert*innen in eigener Sache ebenso zu Wort wie Angehörige und professionelle Begleitpersonen. Gemeinsam mit externen Fachleuten werden aktuelle Themen aufgegriffen, reflektiert und weiterentwickelt. Ziel ist es, Austausch zu fördern, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen aktiv zu verbessern.
Bildunterschrift: Klaus Brunner, Selbstvertreter und Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Vorarlberg, Dr. Adriane Feurstein, Präsidentin Lebenshilfe Vorarlberg, Dipl.-Ing. Dr. Franz Pühretmair und Dipl.-Ing. Gerhard Nussbaum vom Kompetenznetzwerk KI-I, Mag. Michaela Wagner-Braito, Geschäftsführerin Lebenshilfe Vorarlberg sowie Georg Matzak MBA, MSc, Geschäftsbereichsleiter Mobile Dienste der Lebenshilfe Vorarlberg.
