Lohn statt Taschengeld: Mehr Chancen für Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt
Anlässlich des Tags der Inklusion am 5. Mai macht die Lebenshilfe Vorarlberg auf das zentrale Anliegen „Lohn statt Taschengeld“ aufmerksam. Die Selbstvertreter*innen Klaus Brunner und Ayfer Secilmis sowie Georg Matzak, Geschäftsbereichsleiter Mobile Dienste der Lebenshilfe Vorarlberg trafen sich dazu mit Julian Fässler, dem Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Im Austausch wurde thematisiert, wie mehr Menschen mit Behinderungen den Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen können und wie die Lebenshilfe Vorarlberg dabei auch Unternehmen mit Beratung und Unterstützung begleitet.
Arbeit bedeutet mehr als Einkommen. Sie schafft Struktur, Selbstständigkeit, soziale Absicherung, Kontakte und gesellschaftliche Anerkennung. Für Menschen mit Behinderungen ist das jedoch oft nicht selbstverständlich. Trotz Motivation und Fähigkeiten stoßen sie auf große Hürden. „Wir wollen arbeiten und zeigen, was wir können. Dafür brauchen wir echte Chancen am Arbeitsmarkt und Arbeitgeber*innen, die uns diese Möglichkeiten geben“, betont Selbstvertreter Klaus Brunner. „Arbeit gibt mir das Gefühl, gebraucht zu werden. Ich möchte wie andere auch einen Lohn statt Taschengeld bekommen und selbst über mein Leben entscheiden können“, ergänzt Ayfer Secilmis. Die Selbstvertreter*innen machen deutlich: Viele Menschen mit Behinderungen wollen arbeiten und fair entlohnt werden, stoßen jedoch häufig auf fehlende Möglichkeiten zur gleichberechtigten Teilhabe am Arbeitsleben.
Wirtschaftskammer wichtiger Partner
Wie berufliche Inklusion erfolgreich umgesetzt werden kann und welche Unterstützung es dafür gibt, wurde im weiteren Gespräch mit WKV-Direktor Julian Fässler aufgezeigt. Die Lebenshilfe Vorarlberg begleitet nicht nur Menschen mit Behinderungen auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt, sondern berät und unterstützt auch Unternehmen bei der Umsetzung inklusiver Arbeitsplätze, etwa mit der Dienstleistung Jobwärts – die Arbeitsassistenz. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg ist dabei ein wichtiger Partner, da sie als Schnittstelle zu den Betrieben eine zentrale Rolle bei Information, Bewusstseinsbildung und Vernetzung spielt und dazu beiträgt, die bestehenden Dienstleistungen in Unternehmen sichtbar zu machen.
„Berufliche Inklusion funktioniert, wenn die richtigen Rahmenbedingungen vorhanden sind und Betriebe bereit sind, diesen Weg mitzugehen. Gleichzeitig sehen wir, wie wichtig unsere Beratung und Begleitung für Unternehmen ist, damit Inklusion im Arbeitsalltag gut gelingen kann“, so Georg Matzak. Auch die Wirtschaftskammer unterstreicht die Bedeutung des Themas: Julian Fässler betont, dass Inklusion am Arbeitsmarkt ein wichtiges Anliegen sei und es dafür Aufklärung, Sensibilisierung und Zusammenarbeit brauche, um Betriebe dafür zu gewinnen.
Mehrwert durch Inklusion
Inklusion im Arbeitsleben wirkt nachhaltig: Sie ermöglicht Menschen mit Behinderungen soziale Absicherung, Selbstständigkeit, Teilhabe und persönliche Entwicklung. Gleichzeitig stärken ihre Beiträge das Sozial- und Pensionssystem, während Unterstützungsleistungen langfristig reduziert werden können. Unternehmen gewinnen engagierte Mitarbeitende und profitieren von Vielfalt als Innovationsfaktor.
Die Angebote der Lebenshilfe Vorarlberg für beruflichen Inklusion
Die Lebenshilfe Vorarlberg unterstützt Menschen mit Behinderungen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt mit verschiedenen Angeboten. Jobwärts – die Arbeitsassistenz begleitet individuell auf dem Weg zu einem Arbeitsplatz am allgemeinen Arbeitsmarkt und unterstützt auch Unternehmen durch Beratung und Begleitung bei inklusiver Beschäftigung. JobKombi ist ein Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt: Menschen mit Behinderungen arbeiten dabei stundenweise in einem Unternehmen sowie an einem Standort der Lebenshilfe und sammeln so praxisnahe Erfahrungen. LOT (Lernen – Orientieren – Trainieren) ist ein Qualifizierungsprogramm, in dem Teilnehmer*innen wichtige Fähigkeiten für die Arbeitswelt erlernen und durch Praktika unterschiedliche Arbeitsbereiche kennenlernen können.
