Vorlesen

Tag der Inklusion von Menschen mit Behinderungen ...

Tag der Inklusion von Menschen mit Behinderungen ...

Wohnen – Der Schlüssel zur Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen

Lebenshilfe erstellt erstmals einen Inklusions-Leitfaden für Gemeinden

Anlässlich des Tages der Inklusion am 5. Mai, dem europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, übergab das Team der Selbstvertretung der Lebenshilfe Vorarlberg, Lustenaus Vizebürgermeister, Daniel Steinhofer, einen „Inklusionsbaum“ mit Forderungen nach mehr Inklusion im Bereich Wohnen und den Leitfaden.

Das Recht auf ein „selbstbestimmtes Leben und Inklusion in der Gemeinschaft“ ist im Artikel 19, der bereits 2008 ratifizierten Behindertenrechts-Konvention, verbrieft. Dazu treten Menschen mit Behinderungen für ihr Recht auf Teilhabe und Inklusion ein. Mit dem neuen Inklusions-Leitfaden unterstützt die Lebenshilfe Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, eigene Aktionspläne zu entwickeln, um das Recht auf Wohnen und auf ein Leben in der Gemeinschaft umzusetzen.

Vorzeigeprojekt in Lustenau

In Lustenau entsteht ein VOGEWOSI-Bauprojekt mit inklusiven Wohnformen. „Lustenau geht als Gemeinde mit gutem Beispiel voran. Für uns ist der heutige Tag gleichzeitig der Startschuss, um auch mit weiteren Vorarlberger Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in Dialog zu treten. Wir wollen ‚mitanand‘ die Inklusion in Gemeinden weiter vorantreiben. Und mit dem Leitfaden ‚Inklusion in Gemeinden‘ möchten wir die Verantwortlichen vor Ort unterstützen, eigene Aktionspläne zu erarbeiten. Ziel ist es, die volle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen und gemeinsam den Weg für eine chancengerechte Zukunft zu ebnen“, so Klaus Brunner, erstgewählter Selbstvertreter und Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Vorarlberg.

Vizebürgermeister Daniel Steinhofer hält einen Dialog zwischen Verantwortlichen der Gemeinde und der Selbstvertretung für sehr wichtig: „Um entsprechend mitgestalten zu können und etwas zu verändern, braucht es einen frühzeitigen Austausch, bei dem die Selbstvertretung der Lebenshilfe als Expertinnen und Experten in eigener Sache den Gemeinden für Fragen rund um das Thema Barrierefreiheit und Inklusion beratend und auch fordernd zur Seite steht“, zeigt sich der Vizebürgermeister überzeugt.

Inklusion in Gemeinden ist der Schlüssel zur Selbstbestimmung

„Das Team der Selbstvertretung der Lebenshilfe startet bewusst mit diesem positiven Beispiel, um zu zeigen, wie der Weg zu einer inklusiven Gemeinde aussehen kann“, informiert Michaela Wagner-Braito, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Vorarlberg. „In vielen Gemeinden ist dieses Bild von Inklusion noch nicht Realität. Die Selbstvertretung, Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen fordern daher aus gutem Grund ihr Recht auf selbstbestimmtes Wohnen und Leben ein.“

Selbstbestimmtes Leben bedeutet, sich Wohnort und Wohnform selbst auszusuchen und zu entscheiden, mit wem man wohnt oder ob man alleine wohnen möchte.

Zentrale Aspekte für selbstbestimmtes Wohnen sind daher:

  • Wahlmöglichkeit der Wohnform,
  • Sozialraumorientierung – also die Einbettung in das vorhandene soziale Gefüge,
  • der Zugang zu notwendigen Unterstützungs- und Assistenzleistungen,
  • frühzeitiges Einbinden der Selbstvertretung beim Planungsprozess
  • und ein barrierefreies Umfeld.

„Der Inklusion-Leitfaden und die geplanten Gespräche mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sollen helfen, miteinander das notwendige Angebot zu schaffen“, erklärt Michaela Wagner-Braito weiter.

Unsere Vision: „Mitanand“ statt nebeneinander

Die Vision der Lebenshilfe ist, dass alle Menschen in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit anerkannt und wertgeschätzt zusammenleben können. Menschen mit Behinderungen wohnen und leben mitten in der Gemeinschaft – von Anfang an. Kinder mit und ohne Behinderungen besuchen die gleichen Kindergärten und Schulen in ihrer Nachbarschaft. Ausbildung und Beruf finden gemeinsam in inklusiven Betrieben statt. In der Freizeit haben alle die Möglichkeit, in Sportvereinen, Theater- oder Musikgruppen nach ihrer Wahl mitmachen zu können. Das ist Inklusion.

Mehr zum Thema Inklusion in den Gemeinden sowie der Leitfaden: » https://lebenshilfe.at/inklusion/themen/selbstbestimmt-wohnen/

Die Medieninformation zum Download:

Fotonachweis: Lebenshilfe Vorarlberg

Gesprächsrunde: Übergabe der Forderungen in Form des symbolischen Inklusions-Baums beim inklusiven Wohnprojekt in Lustenau.

Gruppenfoto(v.l.n.r.): Michaela Wagner-Braito, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Vorarlberg, Daniel Steinhofer, Vizebürgermeister Lustenau, Ayfer Secilmis (Selbstvertreterin der Lebenshilfe Vorarlberg), Hans-Peter Lorenz, Geschäftsführer VOGEWOSI, Robert Wilhelm, Klaus Brunner und Siegfried Glössl (alle Selbstvertreter der Lebenshilfe Vorarlberg)