„Brückenschlag-Treffen“ mit Wirtschaftsbetrieben

Die Lebenshilfe Vorarlberg  lud am heutigen Mittwoch, den 7. Oktober 2015, zum „Brückenschlag-Treffen“ in den Wildpark nach Feldkirch ein. Vertreterinnen und Vertreter namhafter Wirtschaftsunternehmen aus dem Land kamen der Einladung gerne nach, um sich zum Thema Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen auszutauschen. Den Impulsvortrag hielt Dr. Erwin Buchinger, Anwalt für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen.

Um Menschen mit Behinderungen ihren Platz am allgemeinen Arbeitsplatz zu ermöglichen ist es notwendig, zahlreiche Brücken zu bauen, wie etwa jene zu Vorarlberger Unternehmen. „Wir arbeiten seit vielen Jahren sehr gut mit verschiedenen, namhaften Firmen zusammen. Um gemeinsam unsere Erfahrungen auszutauschen, haben wir dieses Brückenschlag-Treffen organisiert. Denn wie wir alle wissen, durch das Reden kommen Menschen zusammen“, erklärt Michaela Wagner, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Vorarlberg, bei ihrer Begrüßungsrede.

Über 1.200 Menschen mit Behinderungen begleitet die Lebenshilfe in Vorarlberg, darunter 660 Personen im Arbeitsbereich. Die meisten davon arbeiten in Werkstätten und den eigenen Betrieben, wie den Fachwerkstätten, den beiden Brockenhäusern oder in diversen Schulkantinen. „Um Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz am allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen, müssen mit den Unternehmen gemeinsam Jobs geschaffen werden, die den individuellen Bedürfnissen der Personen entsprechen. Dazu gibt es verschiedene Arbeitsmodelle wie Teilzeitbeschäftigungen, integrierte Arbeitsgruppen oder den integrativen Arbeitsplatz – einen fixen Arbeitsplatz in einem Unternehmen“, berichtet Andreas Bartl, Geschäftsbereichsleiter Arbeiten und Beschäftigen. Das Potenzial an Beschäftigungsmöglichkeiten sei sicher noch nicht ausgeschöpft, aber man sei auf einem guten Weg. Für die weitere Entwicklung sei aber gerade der Wissens-Austausch mit den Unternehmen sehr wichtig.

Impulsvortrag und Diskussion
Eigens zur Veranstaltung angereist, hielt Behindertenanwalt Dr. Erwin Buchinger einen Impulsvortrag zum Thema „Menschen mit Beeinträchtigungen am Arbeitsmarkt – Wunschprogramm für Wenige oder Möglichkeit für Alle“. Dabei zeigte er auf, dass laut einer aktuellen Umfrage den Unternehmen bewusst ist, dass es Menschen mit Behinderungen schwer am allgemeinen Arbeitsmarkt haben. „Die von Österreich ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention besagt, dass alle Menschen mit Behinderungen ein Recht auf Arbeit am allgemeinen Arbeitsmarkt haben, aber die Realität sieht anders aus. Bislang sind es einzelne Personen, die diese Chance erhalten. Es gibt allerdings einige gute integrative Projekte, die ein Sprungbrett sein können. Wichtig dabei ist aber generell, dass nachhaltige Kooperationen mit Unternehmen entstehen – und das schrittweise sowie entsprechend an alle Beteiligten angepasst“, so Dr. Erwin Buchinger. An der anschließenden Diskussion beteiligten sich unter anderem Gäste wie Rosi Meichenitsch und Simon Natter (beide Alpla), Hans-Werner Büchele (Blum), Dietmar Moosbrugger (Doppelmayr), Geschäftsführer Frank Böhler (Tecnoplast), Burkhard Mangold und Christine Reumiller (beide Zumtobel), Karin Stefanzl (ifs) oder Marina Zugg (Cartias).

Factbox

Über 1.200 Personen begleitet die Lebenshilfe Vorarlberg
660 davon werden im Bereich „Arbeiten & Beschäftigen“ begleitet und unterstützt:
   ca. 70 Personen davon sind in einer Teilzeitform in einem Unternehmen beschäftigt
Zirka 30 Personen haben einen integrativen Arbeitsplatz in einem Unternehmen


Andreas Bartl (Geschäftsbereichsleiter Arbeiten & Beschäftigen), Geschäftsführerin Michaela Wagner, Behindertenanwalt Erwin Buchinger und Peter Windhager (Leiter Fachwerkstätte Dornbirn, v.l.).

Dr. Erwin Buchinger hielt einen Impulsvortrag zum Thema „Menschen mit Beeinträchtigungen am Arbeitsmarkt“.

Über 20 Gäste kamen zum „Brückenschlag-Treffen“ der Lebenshilfe Vorarlberg.

Frank Böhler (Tecnoplast), Peter Windhager (Lebenshilfe), Geschäftsführerin Michaela Wagner (Lebenshilfe), Hans-Werner Büchele (Blum) und Burkhard Mangold (Zumtobel, v.l.).


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